Wie erkenne ich Hörprobleme bei meinem Kind?

Warum frühes Erkennen so wichtig ist

Als meine Tochter Neele ihre Hörgeräte bekam, war das für uns ein völlig neuer Lebensabschnitt. Vorher gab es viele Momente, in denen ich mich fragte: Hört sie mich gerade nicht – oder ignoriert sie mich nur? – Diese Unsicherheit kennen sicher viele Eltern.

Heute weiß ich: Hören ist die Grundlage für Sprache, Lernen und soziales Miteinander. Wenn Kinder nicht gut hören, wirkt sich das schnell auf ihr Selbstbewusstsein und ihre Entwicklung aus. Umso wichtiger ist es, Hörprobleme früh zu erkennen – damit Kinder von Anfang an die gleichen Chancen haben wie andere.

Typische Anzeichen für Hörprobleme bei Kindern

Rückblickend gab es bei Neele viele kleine Hinweise, die ich erst später richtig verstanden habe. Achte auf solche Anzeichen:

  • Sprachentwicklung verzögert: Dein Kind spricht später oder undeutlicher als Gleichaltrige.
  • Öfter Nachfragen: „Wie bitte?“ – wenn du das sehr oft hörst, könnte mehr dahinterstecken.
  • Lautstärke auffällig: Fernseher oder Tablet sind immer „zu laut“.
  • Konzentrationsprobleme in der Schule: Lehrer berichten, dass es schwerfällt, zuzuhören.
  • Unsicherheit im Alltag: Dein Kind wirkt stiller, zieht sich zurück oder versteht Gespräche nur teilweise.
  • Nachmacher statt Zuhörer: Bei Neele fiel mir auf, dass sie beim Ballett oder bei anderen Gruppenaktivitäten sehr stark auf die Bewegungen der anderen Kinder achtete. Mitgemacht hat sie durchaus – aber eher, indem sie nachmachte. Denn in der Turnhalle oder im Freien war es ihr unmöglich, gesprochene Anweisungen aus mehreren Metern Entfernung zu hören.

Alltagssituationen, die Eltern oft missverstehen

Ich erinnere mich noch gut: Manche dachten, Neele sei einfach „unaufmerksam“. Dabei konnte sie bestimmte Dinge schlicht nicht hören. Gerade in Gruppen – im Kindergarten oder auf dem Spielplatz – verstärken Hintergrundgeräusche das Problem.

Diese Verwechslung ist typisch: Kinder hören manchmal noch recht gut, wenn man direkt vor ihnen spricht – aber Nebengeräusche oder leise Stimmen überfordern sie.

Wann sollten Eltern handeln?

Wenn du dir unsicher bist, zögere nicht:

  1. Kinderarzt aufsuchen – für die erste Abklärung.
  2. HNO-Arzt oder Hörakustiker – dort wird das Gehör genau getestet.
  3. Früh starten – je schneller das Kind Unterstützung bekommt, desto besser für Sprache, Lernen und Selbstvertrauen.

Hörgeräte für Kinder – mehr als Technik

Als Neele ihre ersten Hörgeräte bekam, wollte ich nicht, dass sie sich „anders“ oder gar „behindert“ fühlt. Ich habe ihr erklärt: „Manche Kinder tragen eine Brille, du trägst eben Hörgeräte.“

Trotzdem wusste ich: Kinder wollen nicht nur hören, sie wollen sich auch wohlfühlen und schön fühlen. Deshalb begann ich, Schmuck für Hörgeräte zu entwerfen. So wurden die Geräte vom medizinischen Hilfsmittel zum bunten Accessoire, das sie mit Stolz tragen konnte.


❤️ Mein Fazit für Eltern

Achte auf die kleinen Zeichen: undeutliches Sprechen, ständiges Nachfragen, Rückzug in Gruppen oder – wie bei Neele – das genaue Beobachten und Nachmachen der anderen, um mitzuhalten.

Aus meiner Erfahrung weiß ich: Mit einem liebevoll angepassten Hörgerät und etwas Fantasie kann ein Kind nicht nur besser hören, sondern sich auch stark und besonders fühlen. Für Neele war der Schmuck der Moment, in dem das Hörgerät nicht mehr „anders“ war – sondern „ihr Ding“.

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